Schulfunksendungen (Pestalozzianum)
Die Schulfunksendungen bei der Schweizerischen Nationalphonothek stammen aus der Sammlung der Bibliothek des ehemaligen Pestalozzianum (heute PH Zürich), einem Fonds von über 1'400 Magnetbändern. Die Sendungen wurden von den Deutschschweizer Radiostudios zwischen 1954 und 1990 ausgestrahlt. Hier finden Sie eine Auswahl einiger Schulfunksendungen aus den 60er Jahren zu den Themen Musik, Kunst und Geschichte. Die erfassten Sendungen möchten den interessierten Zuhörern nicht nur Inhalte vermitteln, sondern - besonders den jüngeren Zuhörern - auch eine Idee der damaligen Lebensumstände vermitteln.
Falls Sie interessiert sind, können Sie in unserem Katalog stöbern und etwas Besonderes zu anderen Themen finden
Schuldossiers
Kunst
Schweizergeschichte
Musik
- Von den alten Steinmetzen und der Berner Münsterbauhutte, 1955 (Steinmetzkunst; Werkstatt; Münsterbauhütte)
- Vermeer van Delft: der Maler in seinem Atelier, 1957( Vermeers Malerei wird geschildert )
- Vincent van Gogh. Brücke bei Arles, 1959 (Das Bild Brücke bei Arles wird ausführlich kommentiert )
- Bildbetrachtung H. Danioths Föhnwacht , 1959 (Bildgemälde im Wartsaal des Bahnhofs von Flüelen )
- Bildetrachtung. Der heilige Martin , 1959 (Witz Bild wird geschildert )
- Rudolf Koller: Die Gotthardpost; , 1963 (über das berühmte Bild Kollers)
- La grouillère von Auguste Renoir, 1966 (Renoirs Bild wird geschildert )
- Oskar Kokoschkas Bildnis des Cellisten Pablo Casals, 1968 (Kokoshkas Bildnis des Cellisten )
- Selbstbildnis von Niklaus Manuel. Eine Bildbetrachtung , 1969 (Biografie und Malerei von Niklaus Manuel Deutsch)
- La Cathédrale de Bayonne von Maurice Utrillo, 1969 (Werke, Bild und Biographie )
- Auf den Spuren Suwarow, 1954 (Alpenzug der russischen Armee; Helvetische Republik)
- Der junge Dufour, 1954 (Dufours Jugendzeit)
- Das Ende Karls des Kühnen, 1954 (Burgundische Hofkultur; Krieg und Schlacht)
- Ein Dorf zieht um. Nomadenleben im Eifischtal, 1954 (Wanderzug; Tal; Alpfahrt )
- Am Stadttor, 1955 (Zürcher Stadtleben im Mittelalter)
- Der Bergsturz von Elm, 1956 (Steinlavine im Jahr 1881)
- Der Brand von Uster, 22. November 1832 1956 (Industrielle Revolution in ZH)
- Unser Land im Kriegsjahr, 1940 (Details über Mobilmachung u. 2. Weltkrieg)
- Die letzte Tagsatzung der alten Eidgenossenschaft,1957 (Echo der Stimmung der Französischen Revolution in der CH)
- Für Sold und Ehr, 1958 (Landsknechte; Alte Söldnerlieder)
- Aus der Jugendzeit Friedrichs des Grossen 1958 (Erziehung des Friedrich der Grosse)
- Morgarten, 1959 (Schlacht gegen Habsburgern)
- Leben im Staat: die Landsgemeinde, 1963 (Bedeutung der Landsgemeinde heutzutage)
- Der Verrat von Novara (1 Akt; 2 Akt; 3 Akt), 1968 (Schlachten von 1402 bis 1515 um die Vorherrschaft in Oberitalien)
- Heinrich Pestalozzi. Die Geschichte seines Lebens (Teil 1; Teil 2; Teil 3; Teil 4), 1968 (Lebensaspekte Pestalozzis detailsreich geschildert)
- Kardinal Schiner, 1968 (Bündnis mit Papst u. Schweizergarde)
- Das Napoleon-Bild, 1969 (Mediationsverfassung)
- Huldrych Zwingli, 1969 (historische Betrachtung des Reformators)
- Joseph Haydn Symphonie Die Uhr, 1954 (Erläuterungen zur Symphonie)
- Friedrich Silcher, 1955 (Musikbeispiele des deutschen Meister)
- Die Kindersymphonie, 1956 (L.Mozarts Kindersymphonie)
- Der Tod und das Mädchen. Der Variationensatz aus Schuberts d-Moll-Streichquartett, 1956 (Gedicht von Mathias Claudius u. Schuberts Vertonung)
- La mer (Claude Debussy), 1957 (Werk u. Biographie
- Matthias Claudius im Kreise seiner Lieben, 1961 (Liedern u. Biographie
- Wir bauen ein Orchester, 1962 (Cédric Dumont erklärt über Musikinstrumente u. Orchester)
- Die Geschichte vom Floh und von der Laus. Mit Musik nach Carl Orff, 1968 (musikalische Geschichte
- Lieder und Värsli vo allergattig Tier, 1968 (Kinderlieder)
- Die sieben Tage der Woche. Suite en miniature für Cello und Klavier, 1968 (Burkhards Suite)
- Bizets Jeux d'enfants, 1968 (Bizets Auf der Schaukel, Kreisel usw.)
- Johann Sebastian Bach als Lehrer, 1968 (Beispielen aus Bachs Lehrwerken
- Eine musikalische Reise nach Bali, 1969 (Musik aus Indonesien)
- Chopin als Komponist polnischer Volkstänze, 1969 (Mazurka; Melodie; Rythmus; Tanzmusik
- Vom falschen Singen und Musizieren, 1969 (Musikscherze und lustige Einlagen von Komponisten)
von Sonja Cavadini
Erklärungen: Schweizerische Schulfunksendungen
Die Geschichte des Schweizerischen Schulfunks begann, als die Pädagogen das Radio als ideales Medium entdeckten, um Schülerinnen und Schülern „die Gesetzmässigkeiten der Welt und des Lebens zu vermitteln“. Die Idee, den Rundfunk als Medium zur breiten Volksbildung zu nutzen, war sehr verbreitet. Deutschland startete bereits 1926 mit den ersten Schulfunksendungen und in der Schweiz brach ab 1932 ein wahres Schulfunkfieber aus. Radio sollte Wissen in die Schulstuben bringen und den Unterricht ergänzen.
„Das Radio überbrückt Entfernungen und besiegt die Einsamkeit“ war 1956 das Motto der Radio-Aktion << Eine Schulklasse, ein Radioempfänger>>. 1960 verfügten in der Tat alle Volksschulen über die notwendigen Einrichtungen für den Schulfunkempfang.
Der Schulfunk stützte sich in den 60er Jahren auf eine Zentralkommission, drei Regionalkommissionen, den drei Sprachgebieten entsprechend sowie auf sechs den sechs Studios der SRG zugeteilten Lokalkommissionen. Solch ein nationaler Aufbau wurde damals als nötig erachtet, da:
„der Schulfunk der Unterstützung aller bedurfte, um in die Schulen einzudringen. Auch heute könnte er auf diese Hilfsbereitschaften keinesfalls verzichten. Es ist unerlässlich, dass in jeder Stadt mit einem Radiostudio eine direkte Verbindung zu den pädagogischen Kreisen besteht, welche unmittelbar für die Ausarbeitung der Sendungen beizuziehen sind.“ (SRG-Jahresbericht 1961)
Welche Themen wurden in jenen Jahren bevorzugt? Untersucht man die Programme näher, so erkennt man ein Programmschema, das der Musik bei weitem den ersten Platz einräumt, danach folgen der Reihe ihrer Bedeutung nach: Reiseberichte in Raum und Zeit, Literatur und Theater, Naturwissenschaften und Sittenlehre.
Die Schulfunksendung sollte den Unterricht der Lehrer und Lehrerinnen durch ergänzende Elemente vervollständigen. Reiseberichte, die lebendige historische Darstellung von Ereignissen und die bühnengerechte Interpretation von Theaterstücken stellten unvergleichliche Bildungselemente dar. Auch Wissenschaften vertrugen sich sehr gut mit dem Reporter und seinem Mikrophon. Das Thema der Sittenlehre und Erziehung wurde zusätzlich „zum täglichen Wirken des Lehrers“ von aussen durch das Medium Radio unterstützt. (SRG-Jahresbericht 1961)
Quellen:
SRG Jahresberichte 1956, 1959, 1960, 1961
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