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Jazzbiografien - Detail

STUMPP, Peter

* Basel, 1937; Kontrabass, Vibraphon

Der Stadtbasler Peter Stumpp hat mit vierzehn Jahren in der "Familienband" Harmonika gespielt. Als Sechzehnjähriger fand er zum Kontrabass, ein Jahr später nahm er Privatstunden am Konservatorium. Wie so viele Schweizer Avantgardemusiker spielte er zunächst Dixieland, dann Bebop (zum Beispiel mit den damaligen Lokalmatadoren Isla Eckinger und Mario Schneeberger): "Wir haben damals viel Musik gehört – zum Beispiel Ornette Coleman. In Paris habe ich den phänomenalen Bassvirtuosen Scott LaFaro kennen gelernt. Meinen Lebensunterhalt verdiente ich – zusammen mit George Gruntz, dem ich viel zu verdanken habe – als Autoverkäufer. Bald waren mir die Grenzen des traditionellen Modern Jazz zu eng. Ich wollte immer Musik ohne Schema spielen und fand im Trompeter Rolf Adler – der damals ein Lee-Morgan-Adept war – einen Gesinnungsgenossen. Mit den Free Sounds bestanden wir die Basler Ausscheidung für das Zürcher Jazzfestival – obwohl wir mit unserer Musik ausgebuht wurden und Zapfen auf die Bühne flogen. In Zürich gewannen wir dann aber erste Preise – national und international! Wir hatten damals nur die Themen festgelegt, der Rest war frei improvisiert". Die Free Sounds, bestehend aus dem Trompeter und Tonmeister Rolf Adler (1939-1985), Peter Stumpp und dem Schlagzeuger Andy Straub, existierten von 1962 bis 1968. Am Zürcher Jazzfestival gaben sie 1964 ein vielbeachtetes und total ausgepfiffenes Konzert, von dem noch Tonaufnahmen zirkulieren. Die drei gespielten, frei improvisierten Stücke hiessen "Selbig 1-3" (auf gut Deutsch: dasselbe 1-3), wobei paradoxerweise zuerst "Selbig 2" erklang.

Stumpp betreibt heute eine Treuhandfirma, malt und macht elektronische Musik.

[Nick Liebmann]

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