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Biografias Jazz

Detagl

MOSER, Richard

* Biel, 02.06.1920, † Biel, 19.01.2004

Clavazin

Richard Moser hat eine aussergewöhnliche Musikerlaufbahn durchlaufen. Zuerst nahm ihn seine Mutter, eine diplomierte Klavierlehrerin, unter ihre Fittiche, danach schickte sie ihn zur Weiterbildung nach London. Wieder zurück In der Schweiz (hier: "zurück" weg) begann Richard eine kaufmännische Lehre, nach deren Abschluss entschloss er sich Berufsmusiker zu werden. Zuerst spielte er als Aushilfe bei Marco Bachet, James Boucher u. a., dann leitete er verschiedene eigene Bands, etwa im Chikito in Bern, im Basler Singerhaus, im Bieler Fantasio und im Old India in Lausanne. Gleichzeitig fasste er Fuss in den hiesigen Radiostudios. Erste Schallplattenaufnahmen entstanden. Mit der berühmten Josefine Baker konnte er auf Schweizer Tournee gehen. Von 1945-47 war er reguläres Mitglied bei den Lanigiro, er ersetzte Werner Thöni. Im Hotel Palace in St. Moritz fragte ihn ein Gast, ein äthiopischer Minister, ob er als Musikinstruktor an den Hof des Kaisers Haile Selassie kommen wolle, um aus Mitgliedern der bestehenden höfischen Marschkapelle eine Unterhaltungsband aufzubauen. Bei seiner Ankunft in Addis Abeda wurde er von einer "unglaublich klingenden Guggenmusik" empfangen. Nach etlichen Anstrengungen gelang es ihm ein Sextett zu bilden das auch öffentlich auftreten konnte (etwa beim Besuch des britischen Marshalls Montgomery). Anschliessend ging Richard Moser nach Nairobi, Mombasa und nach Bombay, wo seine internationale Karriere ihren Anfang nahm. In der Folge arbeitete Moser in Cuba (vor der Castro-Zeit), Puerto Rico, Florida und vorzugsweise in Texas. Zwischendurch kehrte er immer wieder in die Schweiz zurück. Aus gesundheitlichen Gründen gab er in den Achtzigerjahren die Reisetätigkeit auf und zog sich allmählich ganz vom Musikerberuf zurück. Nebst Schallplatten mit den Lanigiro nahm er auch einige Soloplatten auf dem Klavier – mit und ohne Begleitung – auf. Spätere Aufnahmen (LPs) entstanden in den USA sowie wiederum in der Schweiz.

[Otto Flückiger]


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